Tagebuch

Hier finden Sie bereits einige Notizen über den Operationseinsatz.
Ein ausführlicher Bericht von Astrid Bergundthal folgt in den nächsten Tagen.

Sonntag, 26. Oktober 2014

burkina-fasoLeider ist heute der Himmel etwas verhangen, so schaffen wir die 40° über Mittag nicht ganz. Aber das ist nicht so schlimm, da bei genug Ablenkung das Wetter unwesentlich ist. Wir haben gestern viele Patienten angeschaut und etwa die Hälfte können operiert werden. Sie werden jetzt aber nochmals etwa 100 Leute aufbiete. Wir versuchen, das zu machen, was Sinn macht und sicher gut wird. Es gibt viele Lippenkiefergaumenspalten, wenige davon machen wir. Von 2 Wochen bis 43 Jahren haben wir alle Alterskategorien. Aber der grösste Teil sind Kinder. Noma, Schlangenbisse, Verbrennungen, Tumore – es ist schrecklich, was hier gewisse Kinder aushalten müssen. Das tun sie mit unglaublicher Geduld und … Akzeptanz?!

Heute reisen unsere zwei Anästhesisten an. Sie sind schon der Hauptstadt angekommen und haben dort übernachtet.

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Wir operieren täglich und sind morgen schon beim 27. Fall. Wir kämpfen mit kleinen Problemen, aber es sind alle mit Innovation und Kompromissen lösbar. Zurzeit sind wir froh um kürzere OP Programme, da einige von uns unter den normalen, beschleunigten Darmaktivitäten leiden … Der Patientenstrom zu uns ist abgebrochen, da bei dem Generalstreik sich niemand auf die Strasse traute. Aber nun warten schon wieder 10 Leute und ich schätze, die Bänke werden ab morgen wieder voll sein.

> PS: Bräuchte noch einen Sponsor für einen kleinen Jungen. Er bräuchte nur einen kleinen Eingriff im Kispi – eine Woche Aufenthalt in der Schweiz und er würde überleben. Walter Kistler würde den Eingriff machen, Fredi die Narkose. Somit bräuchten wir nur die Flüge und das Material. Hier wird der Bub in wenigen Jahren an einem Nierenversagen sterben – bin offen für Ideen!

Montag, 3. November 2014

Kleine Geschichte für die Nacht. Amadou ist aus Mali und hat eine angeborene Missbildung der Augenlider. Kurz: Er hat eigentlich keine Augenlieder. Er kann nicht blinzeln. Besser gesagt, er konnte nicht blinzeln. Durch unseren Kontakt der Noma Hilfe Schweiz kam er zu uns nach Burkina Faso und er konnte durch unsere Top-Plastiker operiert werden. Sie nahmen Sehnen aus dem Bein und setzen diese an den Stirnmuskel an. Nun lernt Amadou täglich durch das Stirnrunzeln zu blinzeln. Die ersten Tage waren schwierig für ihn und er hatte entzündete Augen. Nun aber spielt er und ist sehr glücklich über die gelungene Operation. Ohne Hilfe hätte sich seine Sehfähigkeit zunehmend verschlechtert.

Kein Noma-Kind, aber auch hier konnten wir durch unsere Spenden und durch Eure Unterstützung einem imponierenden und intelligenten jungen Mann helfen.

Samstag, 8. November 2014

Wir sind heute alle pünktlich, fast ganz gesund, zufrieden und glücklich in Kloten gelandet. Es waren spannende und sehr intensive Tage. Unser Ziel von über 40 Operationen konnten wir mit sehr guten Resultaten erreichen. Trotz der schwierigen politischen Situation und den darauf folgenden Logistikproblemen konnten wir die zwei Wochen operieren und alle sinnvollen Eingriffe durchführen. 2/3 der Patienten waren Kinder.

Zu den Impressionen des Einsatzes